Jeder kennt diesen Moment: Du hast eine Aufgabe, vielleicht eine Präsentation, einen Text oder eine Rede, aber dein Kopf fühlt
sich so leer an wie eine Chipstüte nach einer langen Netflix-Nacht. Keine Idee, kein Gedanke, nur die unendliche Weite des Nichts. Und als wäre das nicht genug, tickt die Uhr unerbittlich weiter.
Morgen ist Abgabe. Oder schlimmer – gleich geht es los.
Was tun? Panik? Prokrastination? Oder doch eine Technik,
die dein Denken auf Knopfdruck in Gang setzt?
🧠
Denken in Strukturen – die KAWA-Methode
Vera F. Birkenbihl, eine der einflussreichsten Denkerinnen im Bereich Lernpsychologie und Kreativitätsförderung, wusste:
Der Mensch denkt in Mustern. Unser Gehirn ist eine Assoziationsmaschine. Es liebt Verbindungen, Querverweise und spielerische Ideen. Aber manchmal ist diese Maschine blockiert – dann braucht sie einen Anstoß.
Hier kommt die KAWA-Methode ins Spiel.
📌 KAWA steht für:
✅ Kreative
✅ Ausbeute
✅ von Wort-Assoziationen
Das Prinzip ist denkbar einfach: Man nimmt ein Wort – ein Thema, eine Frage oder auch einen Namen – und bildet dazu assoziativ Begriffe aus den einzelnen Buchstaben.
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Ein Beispiel:
Das Wort ERFOLG könnte so aussehen:
• Energie
• Respekt
• Fokus
• Optimismus
• Leidenschaft
• Geduld
Oder für einen Namen wie ANNA:
• Authentisch
• Nachdenklich
• Natürlich
• Aufmerksam
Was hier passiert, ist weit mehr als eine simple Wortspielerei.
Es ist eine Gehirnaktivierung. Durch diese Methode bringen wir unser Denken in Bewegung. Wir zwingen unser Hirn, neue Verknüpfungen zu bilden – und genau das ist der Schlüssel zu kreativen Ideen.
Unser Gehirn arbeitet mit Assoziationsketten. Sobald ein Wort auftaucht, aktiviert es neuronale Netzwerke, die mit diesem Wort verknüpft sind. Beispiel: Denkst du an „Meer“, erscheinen vielleicht Bilder von Sonne, Strand oder salziger Luft. Das nennt man semantisches Priming – ein Begriff aktiviert automatisch weitere Begriffe.
Die KAWA-Methode nutzt genau diesen Effekt. Indem wir ein Wort nehmen und gezielt nach passenden Begriffen suchen,
erweitern wir unsere Denkmuster und eröffnen neue Perspektiven.
Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass kreatives Denken vor allem durch die Aktivierung des präfrontalen Kortex
gefördert wird – jenes Areal, das für Planung, Problemlösung und Innovation zuständig ist. Durch Methoden wie KAWA trainieren wir unser Gehirn, schneller Querverbindungen herzustellen und neue Lösungen zu finden.
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Vera F. Birkenbihl über KAWA
Vera F. Birkenbihl erkannte früh, dass herkömmliche Lernmethoden oft an der natürlichen Funktionsweise des Gehirns vorbeigehen. Ihr Credo lautete:
„Lernen muss spielerisch sein.“
Die KAWA-Methode sei so effektiv, weil sie das Gehirn spielerisch herausfordert, anstatt es mit stumpfen Wiederholungen zu überfordern. Sie verglich kreatives Denken oft mit einem gut geölten Getriebe: Läuft es einmal, geht alles wie von selbst – aber wenn es klemmt, muss man es anstoßen.
Genau das tut KAWA.
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Fazit: KAWA in deinem Alltag
Ob für Reden, Texte, kreative Prozesse oder einfach als Denksport – die KAWA-Methode ist ein mächtiges Werkzeug. Sie bringt unser Denken in Fluss, fördert Kreativität und hilft uns, schneller auf gute Ideen zu kommen.
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Mach den Test:
Schreibe deinen eigenen Namen auf ein Blatt und versuche, passende Begriffe für die Buchstaben zu finden.