Ja, aber… – Das Ende eines Satzes, bevor er beginnt.

Ja, aber… – Das Ende eines Satzes, bevor er beginnt.

Es gibt Worte, die in Gesprächen unauffällig bleiben – und doch alles verändern. 
Sie sind winzig, unscheinbar und schleichen sich in unsere Sprache, ohne dass wir ihnen Beachtung schenken. Eines dieser Worte ist aber.

„Ja, aber…“ – ein Satzbeginn, der auf den ersten Blick Zustimmung verspricht 
und im nächsten Moment alles wieder einreißt. 
Ein heimlicher Widerspruch, ein sanft verpacktes Nein.

👦 „Mama, ich habe eine Drei in Mathe!“
👩 „Ja, aber mit mehr Übung wäre es eine Zwei geworden.“

💡 Was bleibt bei dem Kind hängen? Sicher nicht das „Ja“ und auch nicht die Anerkennung. Sondern der unausgesprochene Vorwurf: Nicht gut genug.

Das „Ja, aber“-Syndrom – Warum es unsere Kommunikation vergiftet

Vielleicht kennst Du auch Menschen, die in jedem Gespräch ein „Ja, aber…“ unterbringen. Sie sagen ja, nur um mit dem aber alles vorher Gesagte zu entwerten. Wir neigen dazu, alles vor dem aber zu überhören – als wäre es nie gesagt worden.

🗣 „Ja, dein Vorschlag ist gut, aber ich glaube nicht, dass er funktioniert.“
🎤 „Ja, dein Vortrag war interessant, aber viele Dinge wusste ich schon.“
👥 „Ja, ich verstehe dein Problem, aber das ist nun mal so.“

In all diesen Sätzen steckt ein unausgesprochenes Nein – und damit auch 
eine subtile Ablehnung. Ob im Business, in der Familie oder in Beziehungen: 
Ein aber trennt. Es baut Mauern, statt Brücken zu schlagen.

Was „Ja, aber…“ mit uns macht

Das Problem mit dem „Ja, aber“ ist, dass es nicht nur den anderen ausbremst – sondern auch uns selbst. Wer ständig im „Ja, aber“-Modus denkt, verhindert Veränderung, Innovation und Fortschritt.

🛑 Ja, aber das geht nicht.
🛑 Ja, aber das haben wir immer so gemacht.
🛑 Ja, aber das ist zu riskant.

Jede dieser Aussagen blockiert eine neue Möglichkeit. 
Wir bleiben stehen, anstatt uns zu bewegen.

Der Schlüssel: Von „Ja, aber…“ zu „Ja, und…“

Die gute Nachricht: Es gibt eine Alternative. Und sie ist verblüffend einfach.

🚀 Ersetze das „aber“ durch ein „und“.
👩 „Mama, ich habe eine Drei in Mathe!“
👨 „Ja, und wenn du weiter so übst, bist du auf einem sehr guten Weg!“

Der Satz bleibt motivierend, er öffnet Perspektiven, ohne das Lob zu zerstören.

🗣 „Ja, dein Vorschlag ist gut, und ich frage mich, wie wir ihn umsetzen können.“
🎤 „Ja, dein Vortrag war interessant, und einige Dinge wusste ich sogar schon.“
👥 „Ja, ich verstehe dein Problem, und gemeinsam finden wir eine Lösung.“

💡 Siehst Du den Unterschied?

Das „Ja, und…“ signalisiert Offenheit, Zusammenarbeit und Respekt. Es schafft Raum für neue Ideen, anstatt sie im Keim zu ersticken.

Ein kleines Wort, eine große Wirkung
Sprache ist mehr als ein Werkzeug – sie formt unsere Realität. 
Ein aber kann trennen, ein und kann verbinden.

Vielleicht denkst Du jetzt: Ja, aber so einfach ist das nicht…
Oder Du sagst: Ja, und ich probiere es mal aus.

Die Wahl liegt bei Dir.


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